Wir haben hier auf unserer Tour in Indien 7 wunderschoene, interessante Wochen gehabt. Heute Nacht geht unser Flug zurueck nach Frankfurt.
Wir haben auf dieser Reise unheimlich viel erlebt und gelernt.
Vielen Dank an Euch alle, dass Ihr so viel Interesse an unserer Tour hattet und so fleissig kommentiert habt!
Anbei nun ein paar Eindruecke von unseren Sternstunden im Land der Farben, des Chaos, des Feilschens, der Grosszuegigkeit und der absoluten Gegensaetze:
Montag, 1. Dezember 2008
Freitag, 28. November 2008
Von Ueberschwemmungen und Ueberfaellen
Es ist gerade eine schwere Zeit fuer die Inder und vor allem ihr geliebtes Bombay, das von den Terroranschlaegen der letzten Tage geschockt ist. Im Fernsehen kann man auf dem Nachrichtensender rund um die Uhr Bilder aus der Millionenstadt sehen. Die Presse scheint dabei genauso wenig informiert zu sein wie die Normalbevoelkerung, so dass sich die Meldungen minutenweise ueberschlagen, nur um gleich wieder dementiert zu werden. Wie ja wahrscheinlich auch in Europa bekannt ist, wurden zwei Luxushotels von den Terroristen eingenommen und am Hauptbahnhof, von dem auch wir vor etwa einem Monat abgefahren sind, in die Menge geschossen. Eine Schiesserei fand ebenfalls in dem sehr beliebten Cafe Leopolds statt, in dem es laut unserer Erfahrung Indiens beste Lassi gibt, und in dem auch wir vor einem Monat unheimlich gern und mehrfach gewesen sind. Es kamen 125 Menschen ums Leben, darunter einige Polizisten und 7 Auslaender. Das ist fuer Indien natuerlich ein Schock. Fakt ist aber auch, dass in diesem Land seit Jahren keine Ruhe in dem Konflikt zwischen Islam und Hinduismus herrscht, und dieser hier ist der dritte Terroranschlag seit unserer Ankunft vor 6 einhalb Wochen: erst Jaipur, dann Assam und jetzt Mumbai. Ende September war ein Anschlag in Delhi. Fast jedes Mal kamen zwischen 50 und 100 Menschen ums Leben. Naechste Woche, am 4. Dezember sind landesweite Wahlen, 2 Tage nach unserem Abflug. Pakistan und Bengladesh sind sehr aktiv, um der Bevoelkerung Angst einzujagen. Aber dieses ist doch nur eines der wenigen Probleme, die das Elend in diesem Land ausmachen.
Wir befinden uns momentan etwa 1500 Kilometer suedoestlich von dieser Szene und haben nur durch die Nachrichten und Eure besorgten Emails von dem Geschehen erfahren. Hier in Mamallapuram, ca 40 Kilometer suedlich von Chennai, beschaeftigt man sich naemlich mit ganz anderen Problemen: Suedindien wird gerade von einem Zyklon heimgesucht, dem vierten seiner Art in den letzten Jahren und dieser Sturm haelt nun schon seit etwa 10 Tagen an und fegt von der Suedspitze nach Nordosten. Wir haben also in der letzten Woche keine Sonne mehr gesehen, die Regenfaelle, die ca 20 Stunden pro Tag andauern, sind so massiv, dass es teils wirklich stundenlang wie aus Eimern schuettet. Ausserdem hat der Sturm viele Schaeden angerichtet. Die Folge ist, dass hier, obwohl der Monsoon laengst vorbei ist, das Land unter Wasser liegt und alles, inklusive Elektrizitaet und fliessend Wasser, immer wieder lahmgelegt wird. Heute sind wir mit dem Bus nach Chennai gefahren, um in der Stadt herumzulaufen und haben nach wenigen Stunden aufgegeben: man watet auf den Strassen durch bis zu knietiefes Wasser, alles ist nass, Keller ueberflutet, die gesamte Busstation, an der wir ankamen, war ein Riesensee. Leider haben die Inder kein wirkliches Konzept, um mit den Ueberschwemmungen umzugehen: alles geht halt einfach so weiter, solange, wies geht, und danach geht eben nix mehr. Von Stegen keine Spur, Pumpen haben wir nicht gesehen, kein einziger Feuerwehrmann, die Gullis werden mit der Hand ausgeraeumt und Schulen und Kliniken werden geschlossen. Man fragt sich wirklich, wie es hier zu Monsoonzeiten aussehen muss. Die Inder sind schmerzfrei und waten mit ihren Flipflops und teils sogar barfuss in dem Regenwasser herum, das den Dreck der gesamten Stadt enthaelt und bestialisch stinkt. Am schlimmsten trifft es natuerlich auch hier wieder einmal die alleraermsten: als wir heute mit unseren dicken Einkaufstaschen im Bus zurueck nach Mamallapuram sassen, fuhren wir an einem in einer Pfuetze am Strassenrand liegenden Bettler vorbei. Er hatte nur noch ein verkrueppeltes Bein und lag mit dem Gesicht im Wasser. Wir ueberquerten die Bruecke ueber den Fluss in Chennai, an dessen Ufern sich die Slums entlangreihen: die Huetten von wahrscheinlich tausenden von Menschen waren bis unters Dach ueberflutet. Einige sassen auf ihren Daechern, wo die anderen geblieben sind, bleibt fuer uns ungeklaert.
Hier nun ein paar Fotos von unseren Eindruecken in den letzten Tagen:


Bilder aus dem indischen CNN: Mumbai under attack und es herrscht keine Klarheit darueber, ob die Nariman Operation vorueber ist oder nicht (heute).

In Pondicherry hatte der Sturm einige Dachziegel fliegen lassen und auch einige Baeume umgeworfen, wie man hier sieht.
Die Strassen heute in Chennai: hier ist das Wasser noch niedrig, an anderen Stellen war es bis zu knietief.
Wir befinden uns momentan etwa 1500 Kilometer suedoestlich von dieser Szene und haben nur durch die Nachrichten und Eure besorgten Emails von dem Geschehen erfahren. Hier in Mamallapuram, ca 40 Kilometer suedlich von Chennai, beschaeftigt man sich naemlich mit ganz anderen Problemen: Suedindien wird gerade von einem Zyklon heimgesucht, dem vierten seiner Art in den letzten Jahren und dieser Sturm haelt nun schon seit etwa 10 Tagen an und fegt von der Suedspitze nach Nordosten. Wir haben also in der letzten Woche keine Sonne mehr gesehen, die Regenfaelle, die ca 20 Stunden pro Tag andauern, sind so massiv, dass es teils wirklich stundenlang wie aus Eimern schuettet. Ausserdem hat der Sturm viele Schaeden angerichtet. Die Folge ist, dass hier, obwohl der Monsoon laengst vorbei ist, das Land unter Wasser liegt und alles, inklusive Elektrizitaet und fliessend Wasser, immer wieder lahmgelegt wird. Heute sind wir mit dem Bus nach Chennai gefahren, um in der Stadt herumzulaufen und haben nach wenigen Stunden aufgegeben: man watet auf den Strassen durch bis zu knietiefes Wasser, alles ist nass, Keller ueberflutet, die gesamte Busstation, an der wir ankamen, war ein Riesensee. Leider haben die Inder kein wirkliches Konzept, um mit den Ueberschwemmungen umzugehen: alles geht halt einfach so weiter, solange, wies geht, und danach geht eben nix mehr. Von Stegen keine Spur, Pumpen haben wir nicht gesehen, kein einziger Feuerwehrmann, die Gullis werden mit der Hand ausgeraeumt und Schulen und Kliniken werden geschlossen. Man fragt sich wirklich, wie es hier zu Monsoonzeiten aussehen muss. Die Inder sind schmerzfrei und waten mit ihren Flipflops und teils sogar barfuss in dem Regenwasser herum, das den Dreck der gesamten Stadt enthaelt und bestialisch stinkt. Am schlimmsten trifft es natuerlich auch hier wieder einmal die alleraermsten: als wir heute mit unseren dicken Einkaufstaschen im Bus zurueck nach Mamallapuram sassen, fuhren wir an einem in einer Pfuetze am Strassenrand liegenden Bettler vorbei. Er hatte nur noch ein verkrueppeltes Bein und lag mit dem Gesicht im Wasser. Wir ueberquerten die Bruecke ueber den Fluss in Chennai, an dessen Ufern sich die Slums entlangreihen: die Huetten von wahrscheinlich tausenden von Menschen waren bis unters Dach ueberflutet. Einige sassen auf ihren Daechern, wo die anderen geblieben sind, bleibt fuer uns ungeklaert.
Hier nun ein paar Fotos von unseren Eindruecken in den letzten Tagen:


Bilder aus dem indischen CNN: Mumbai under attack und es herrscht keine Klarheit darueber, ob die Nariman Operation vorueber ist oder nicht (heute).

In Pondicherry hatte der Sturm einige Dachziegel fliegen lassen und auch einige Baeume umgeworfen, wie man hier sieht.
Die Strassen heute in Chennai: hier ist das Wasser noch niedrig, an anderen Stellen war es bis zu knietief.
Der Busstand heute in Chennai: die Inder waten barfuss und in Flipflops durch das Wasser, wir sprangen von einer "Insel" von der Strasse auf den fahrenden Bus, weil der gesamte Busstand unter Wasser stand.
Blick von der Bruecke aus: Chennais Slums unter Wasser. Die Bewohner sitzen auf der Mauer links oben im Bild.

Na, dieses indische Paerchen hatte sich seinen Wochenendausflug wohl auch trockener vorgestellt...
Donnerstag, 20. November 2008
Backwaters
In Kerala haben wir einige sehr beliebte Touristenziele abgeklappert. Ein angeblich zu den "10 things to do before you die" gehoerendes Muss sind die sogenannten Backwaters, ein sich ueber zig Quadratkilometer erstreckendes Netz aus Kanaelen, die sich zwischen Reisfeldern und Doerfern schlaengeln und sowohl als Transportweg als auch zum Bewaessern der Felder dienen. Die Vielfalt an Voegeln, die hier heimisch sind, ist ueberwaeltigend. Weniger ueberwaeltigend war allerdings die sonstige Tierwelt, die wir zu Gesicht bekamen bzw. mit der wir engen Kontakt hatten, es handelte sich naemlich hierbei um etwa 10 cm grosse Riesenkakerlaken, die sich in unserem Hausboot sehr heimisch fuehlten und eifrig dabei waren sich zu vermehren. Diese Boote mietet man fuer 22 Stunden und faehrt mit ihnen eifrig im Kreis herum. Viel bekommt man von den Backwaters dabei nicht zu sehen, jedenfalls war die Fahrt mit der Faehre, die uns am naechsten Tag von Alleppey nach Kottayam brachte, wesentlich schoener und kostete auch nur 10 Rupies anstatt 3500. Der Service auf dem Hausboot war aber ansonsten klasse, frische Ananas, 3x essen, nur die Dusche funktionierte leider nicht, bloed, wenn man den ganzen Tag soviel schwitzt, dass man nicht auf Toilette muss, aber ansonsten waren wir richtige Prinzessinnen. Tja, Fazit: Ohne die Hausboottour haetten wir sterben koennen, ohne die Faehre nicht.
Hier ein paar Fotos:
Einer der Hauptkanaele in Alleppey mit dem ueblichen Hausbootstau.
Klimatische Anpassungsschwierigkeiten...
Eine Arbeiterin haeuft Cardamom auf in einer Gewuerzfabrik in Kumily (nahe Periyar National Park).
Hier ein paar Fotos:
Einer der Hauptkanaele in Alleppey mit dem ueblichen Hausbootstau.
Klimatische Anpassungsschwierigkeiten...
Eine Arbeiterin haeuft Cardamom auf in einer Gewuerzfabrik in Kumily (nahe Periyar National Park).Montag, 17. November 2008
Ueber Schlagloecher, Hitzewellen und Nachtschweiss
Von Hampi aus nahmen wir den schnellsten Zug nach Hubli - 4 Stunden fuer 150 Kilometer- in dem man sich, wie uns versichert wurde, keinen Platz buchen braeuchte, da sei genug zum Sitzen da. Tatsaechlich hatten wir dann auch erste Klasse Sitzplaetze auf der Gepaeckablage ueber den Koepfen von ca. 50 verwunderten Indern, die sich unter uns auf den rammelvollen Holzbaenken quetschten. Die Fahrt im Nachtzug nach Mysore war dann wieder vergleichsweise angenehm, leider brachte die Klimaanlage uns jedoch unsere zweite Erkaeltung hier in Indien ein - das entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie im tropisch-heissen Wunderland der E.coli und Cholera-Infektionen. Wer lachte eigentlich nochmal, als ich vor der Reise Nasentropfen eingesteckt habe...? Ok, keine Namen ;-)
Die Inder in Mysore lernten dann, dass Europaeer ein Problem mit Reinlichkeit und Koerperdueften haben, als Miriam und ich uns mit einem derart enormen Vorrat an Seifen und Oelen eindeckten, dass wir selbst am Ende des Tages gar nicht mehr wussten warum. Naja, aber dies spricht mal wieder fuer die Ueberzeugungskraft indischer Haendler, wie uns Stefan, ein Deutscher aus Berlin, den wir trafen, schon warnte: "Sie werden Euch so wahnsinnig viele Gruende nennen, warum Ihr das jetzt unbedingt kaufen muesst, wieso es absolut notwendig ist und Ihr werdet Euch fragen wie Ihr ueberhaupt bisher ohne das leben konntet und Ihr werdet es kaufen! Alles!" Und so war es. Herrlich.
Von Mysore wollten wir auf schnellstem Wege nach Cochin. "Kein Problem!" sagte uns ein Mitarbeiter des Reiseunternehmens Odyssee. Der Name haette uns misstrauisch machen koennen, machte er auch, aber da waren auch schon die Tickets gekauft. Und schon befanden wir uns auf dem abartigsten Himmelfahrtskommando unseres Lebens im 10-stuendigen Nachtbus auf den hintersten Liegen im ca. 20 jahre alten TATA Bus mit kaputten Stossdaempfern und ca. 50000000 Schlagloechern auf der Strecke. Noch nie sind wir in Indien so schnell gefahren. Noch nie haben wir so eine lange Massage erhalten. Noch nie sind wir so viel im Liegen gehuepft. Und noch nie haben wir soviel gelacht. Es war die schrecklichste, anstrengenste, witzigste Busfahrt unseres Lebens in konstanter Todesangst.
Und dann Fort Cochin: Noch nie in unserem Leben haben wir soviel geschwitzt. Fort Cochin hat das unertraeglichste Klima, das unsere westeuropaeischen Koerper je erlebt haben. Die Temperaturen sind schon morgens um 10 bei ca. 30 Grad und drueber und das bleibt auch so bis abends um sechs. Um zehn, also jetzt, ist man dann so ca. bei 28 Grad, also richtig angenehm kuehl. Die Luft ist ausserdem feucht, nass koennte man sogar sagen, man hat eigentlich nie das Gefuehl, wirklich trocken zu sein: weder wenn man morgens im Nachtschweiss erwacht, noch nach dem "Abtrocknen" nach der kalten Dusche, unter der man am liebsten den ganzen Tag bleiben wuerde, noch wenn man dann unter schattigen Baeumen sitzt und trotzdem schwitzt. Gestern machten wir den Fehler, in der Mittagshitze einen "lockeren" Stadtspaziergang in das nette kleine Fischerdorf zu wagen. Nach einer halben Stunde waren wir derartig schweissueberstroemt dass wir das Gefuehl hatten, Pfuetzen unter uns zu hinterlassen. Ein Koenigreich fuer ein bisschen Schnee, einen klitzekleinen Weihnachtsmarkt und einen guten Gluehwein in den froststarren Haenden!!! Nur fuer eine Minute!


Die Inder in Mysore lernten dann, dass Europaeer ein Problem mit Reinlichkeit und Koerperdueften haben, als Miriam und ich uns mit einem derart enormen Vorrat an Seifen und Oelen eindeckten, dass wir selbst am Ende des Tages gar nicht mehr wussten warum. Naja, aber dies spricht mal wieder fuer die Ueberzeugungskraft indischer Haendler, wie uns Stefan, ein Deutscher aus Berlin, den wir trafen, schon warnte: "Sie werden Euch so wahnsinnig viele Gruende nennen, warum Ihr das jetzt unbedingt kaufen muesst, wieso es absolut notwendig ist und Ihr werdet Euch fragen wie Ihr ueberhaupt bisher ohne das leben konntet und Ihr werdet es kaufen! Alles!" Und so war es. Herrlich.
Von Mysore wollten wir auf schnellstem Wege nach Cochin. "Kein Problem!" sagte uns ein Mitarbeiter des Reiseunternehmens Odyssee. Der Name haette uns misstrauisch machen koennen, machte er auch, aber da waren auch schon die Tickets gekauft. Und schon befanden wir uns auf dem abartigsten Himmelfahrtskommando unseres Lebens im 10-stuendigen Nachtbus auf den hintersten Liegen im ca. 20 jahre alten TATA Bus mit kaputten Stossdaempfern und ca. 50000000 Schlagloechern auf der Strecke. Noch nie sind wir in Indien so schnell gefahren. Noch nie haben wir so eine lange Massage erhalten. Noch nie sind wir so viel im Liegen gehuepft. Und noch nie haben wir soviel gelacht. Es war die schrecklichste, anstrengenste, witzigste Busfahrt unseres Lebens in konstanter Todesangst.
Und dann Fort Cochin: Noch nie in unserem Leben haben wir soviel geschwitzt. Fort Cochin hat das unertraeglichste Klima, das unsere westeuropaeischen Koerper je erlebt haben. Die Temperaturen sind schon morgens um 10 bei ca. 30 Grad und drueber und das bleibt auch so bis abends um sechs. Um zehn, also jetzt, ist man dann so ca. bei 28 Grad, also richtig angenehm kuehl. Die Luft ist ausserdem feucht, nass koennte man sogar sagen, man hat eigentlich nie das Gefuehl, wirklich trocken zu sein: weder wenn man morgens im Nachtschweiss erwacht, noch nach dem "Abtrocknen" nach der kalten Dusche, unter der man am liebsten den ganzen Tag bleiben wuerde, noch wenn man dann unter schattigen Baeumen sitzt und trotzdem schwitzt. Gestern machten wir den Fehler, in der Mittagshitze einen "lockeren" Stadtspaziergang in das nette kleine Fischerdorf zu wagen. Nach einer halben Stunde waren wir derartig schweissueberstroemt dass wir das Gefuehl hatten, Pfuetzen unter uns zu hinterlassen. Ein Koenigreich fuer ein bisschen Schnee, einen klitzekleinen Weihnachtsmarkt und einen guten Gluehwein in den froststarren Haenden!!! Nur fuer eine Minute!


Mittwoch, 12. November 2008
hampi
Hampi war fuer uns die Stadt der indischen Hochzeiten und Taufen. In dieser Gegend, in der aussergewoehnliche Steinformationen in einer Umgebung von mehreren zig Quadratkilometern wie zufaellig angeordnet sind zwischen Palmenwaeldern und Fluessen, gibt es mehr als 200 Tempel ueberall verstreut. Die schoensten und groessten sind wichtige Pilgerstaetten der Hindus, und hier werden unablaessig Hochzeiten und Taufen gefeiert. Toll ist, dass die Inder uns bereitwillig in diese Feste mit einbeziehen. So kamen wir gestern auf einer Radtour an einem kleineren Tempel vorbei, in dem gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Gleich als wir eintraten waren wir und nicht mehr das Brautpaar der Mittelpunkt des Geschehens. Man bot uns Essen und Chai an, die Inder wollten unzaehlige Fotos mit uns machen, vor allem unserer weisser Haut wegen und dann mussten wir uns auch mit dem Brautpaar fotografieren lassen. Wir durften auch bei den Hochzeitsritualen zuschauen, wobei das Paar mit einer gelben Farbe eingeschmiert wurde und mit Reis bestreut wurde. Faszinierend. Ansonsten genossen wir in den letzten beiden Tagen die unbeschreiblich schoene Landschaft von den Huegeln aus, auf die wir im Schweisse unseres gesamten Koerpers hochklommen. Hier noch ein paar Bilder.






Donnerstag, 6. November 2008
Sonnen- und Schattenseiten im Paradies
In unseren letzten Tagen hier in Palolem waren Miriam und ich einfach unglaublich faul und dachten manchmal etwas verschaemt an unsere Kommilitonen, die in Deutschland fuer das muendliche Stex bueffeln und druecken in Gedanken alle unsere 8 Daumen fuer sie.
Vorgestern machten wir eine kleine Wanderung nach Agonda, angeblich 6 km noerdlich von Palolem, nachher stellte sich heraus, dass es eher 16 km waren, was unsere Fuesse uns in den Flip-Flops ziemlich uebel nahmen. Ausserdem waren wir clevererweise mal wieder in der absoluten Mittagshitze unterwegs, und hatten uns eigentlich auch Fahrraeder leihen wollen. Der Typ vom Fahrradladen war aber krank, daher das Geschaeft zu. Schon witzig, die Inder bringens fertig, in einem einzigen Linienbus 4 (!) Typen zu beschaeftigen, der eine faehrt, der naechste haelt die Tuer auf, der dritte kassiert und der vierte macht die Musik oder so. Aber dann wieder bleibt der einzige Fahrradverleih im ganzen Touriort geschlossen, weil der Typ ne Grippe hat oder zuviel Coconut Fanny gesoffen oder so. Echter Wahnsinn!
Naja, auf unserer Wanderung haben wir ein paar Bilder geschossen, siehe unten:
Sieht fast aus wie ein wandelnder Strohhaufen, aber darunter ist tatsaechlich eine Inderin unterwegs...

Agonda Beach: Wo auf der Welt findet man einen solch superben Strand, der komplett verlassen ist?

Unsere Lieblingschilloutbar auf Patnem Beach: 4 Stunden Lesen auf der Liege mit unzaehligen Ananas-Coconutlassis fuer 50 Rupien (80 Cent) pro Glas, einer milden Meeresbrise und Jack Johnson im Hintergrund...

Inderinnen in ihren Badeklamotten! Nach dem Baden huellten sich diese hier wieder in schwarze Kutten und Kopftuecher ein, damit bloss nicht zuviel Farbe und nackte Haut gezeigt wird.

Und auch das Elend holte uns in unserem kleinen Paradies schnell wieder ein: Dieses ca. 6jaehrige Maedchen wurde von ihrem Vater gezwungen, in der heissesten Mittagsglut vor den Cafes auf dem Seil zu balancieren und lief nachher zu den Tischen, um Geld zu erbetteln. Manche der unreflektierten Touris hier waren richtig entzueckt von der "reizenden" Darbietung und gaben bereitwillig Geld. Dass damit diesem Maedchen auch weiterhin die Chance genommen wird, eine Schulbildung und somit den Einstieg in ein besseres Leben zu erhalten, weil es auch weiterhin tagein tagaus am Strand arbeiten muss, haben sich diese Menschen wohl nicht ueberlegt.
Vorgestern machten wir eine kleine Wanderung nach Agonda, angeblich 6 km noerdlich von Palolem, nachher stellte sich heraus, dass es eher 16 km waren, was unsere Fuesse uns in den Flip-Flops ziemlich uebel nahmen. Ausserdem waren wir clevererweise mal wieder in der absoluten Mittagshitze unterwegs, und hatten uns eigentlich auch Fahrraeder leihen wollen. Der Typ vom Fahrradladen war aber krank, daher das Geschaeft zu. Schon witzig, die Inder bringens fertig, in einem einzigen Linienbus 4 (!) Typen zu beschaeftigen, der eine faehrt, der naechste haelt die Tuer auf, der dritte kassiert und der vierte macht die Musik oder so. Aber dann wieder bleibt der einzige Fahrradverleih im ganzen Touriort geschlossen, weil der Typ ne Grippe hat oder zuviel Coconut Fanny gesoffen oder so. Echter Wahnsinn!
Naja, auf unserer Wanderung haben wir ein paar Bilder geschossen, siehe unten:
Sieht fast aus wie ein wandelnder Strohhaufen, aber darunter ist tatsaechlich eine Inderin unterwegs...
Agonda Beach: Wo auf der Welt findet man einen solch superben Strand, der komplett verlassen ist?

Unsere Lieblingschilloutbar auf Patnem Beach: 4 Stunden Lesen auf der Liege mit unzaehligen Ananas-Coconutlassis fuer 50 Rupien (80 Cent) pro Glas, einer milden Meeresbrise und Jack Johnson im Hintergrund...

Inderinnen in ihren Badeklamotten! Nach dem Baden huellten sich diese hier wieder in schwarze Kutten und Kopftuecher ein, damit bloss nicht zuviel Farbe und nackte Haut gezeigt wird.

Und auch das Elend holte uns in unserem kleinen Paradies schnell wieder ein: Dieses ca. 6jaehrige Maedchen wurde von ihrem Vater gezwungen, in der heissesten Mittagsglut vor den Cafes auf dem Seil zu balancieren und lief nachher zu den Tischen, um Geld zu erbetteln. Manche der unreflektierten Touris hier waren richtig entzueckt von der "reizenden" Darbietung und gaben bereitwillig Geld. Dass damit diesem Maedchen auch weiterhin die Chance genommen wird, eine Schulbildung und somit den Einstieg in ein besseres Leben zu erhalten, weil es auch weiterhin tagein tagaus am Strand arbeiten muss, haben sich diese Menschen wohl nicht ueberlegt.
Montag, 3. November 2008
Im Paradies
Man sagt ja immer der Weg zum Paradies sei schwer zu finden, in unserem Fall war das Finden nicht das Problem, man brauchte aber ein kleines bisschen Geduld. Unser Nachtzug startete in Mumbai mit 2 Stunden Verspaetung nachdem sich der Bahnhofsfritze einen Riesenspass daraus gemacht hatte, uns und ca. 500 andere Inder, indische Grossfamilien und Wagenladungen mit Tonnen Gepaeck alle halbe Stunde von einem Gleis aufs naechste zu schicken, und nachdem wir dann zwischen 50 laermenden Schuljungen auf Klassenfahrt und Kleinkindern mit Koliken unter einer Hochleistungsklimaanlage, die nachts versuchte, die Hitze des Tages durch extreme Kaelte auszugleichen, eine angenehm kurze Nacht verbracht hatten, erreichten wir mit 4 Stunden Verspaetung unseren Bahnhof im Goanischen Nirgendwo. Irgendwann? spaeter am Tag fuhr ein anderer Zug der uns zu einem noch viel winzigeren Bahnhof noch mehr im Nirgendwo brachte und dort tuckerte dann nach 2 Anrufen ein lustiger Inder auf seinem Moped heran, der uns beide und unsere 4 Rucksaecke (!) locker auf sein Moped packte und uns durch einen kleinen Dschungel fuhr. Als sich nach einer kurzen Wanderung zwei Palmenblaetter beiseite schoben, erblickten wir das Paradies: Palolem. Hier nun ein paar Angeberbilder, die fuer sich und unser dreist superschoenes Leben sprechen, wir hoffen, Ihr im kalten Europa seid schoen neidisch.




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