Donnerstag, 6. November 2008

Sonnen- und Schattenseiten im Paradies

In unseren letzten Tagen hier in Palolem waren Miriam und ich einfach unglaublich faul und dachten manchmal etwas verschaemt an unsere Kommilitonen, die in Deutschland fuer das muendliche Stex bueffeln und druecken in Gedanken alle unsere 8 Daumen fuer sie.
Vorgestern machten wir eine kleine Wanderung nach Agonda, angeblich 6 km noerdlich von Palolem, nachher stellte sich heraus, dass es eher 16 km waren, was unsere Fuesse uns in den Flip-Flops ziemlich uebel nahmen. Ausserdem waren wir clevererweise mal wieder in der absoluten Mittagshitze unterwegs, und hatten uns eigentlich auch Fahrraeder leihen wollen. Der Typ vom Fahrradladen war aber krank, daher das Geschaeft zu. Schon witzig, die Inder bringens fertig, in einem einzigen Linienbus 4 (!) Typen zu beschaeftigen, der eine faehrt, der naechste haelt die Tuer auf, der dritte kassiert und der vierte macht die Musik oder so. Aber dann wieder bleibt der einzige Fahrradverleih im ganzen Touriort geschlossen, weil der Typ ne Grippe hat oder zuviel Coconut Fanny gesoffen oder so. Echter Wahnsinn!

Naja, auf unserer Wanderung haben wir ein paar Bilder geschossen, siehe unten:

Sieht fast aus wie ein wandelnder Strohhaufen, aber darunter ist tatsaechlich eine Inderin unterwegs...


Agonda Beach: Wo auf der Welt findet man einen solch superben Strand, der komplett verlassen ist?


Unsere Lieblingschilloutbar auf Patnem Beach: 4 Stunden Lesen auf der Liege mit unzaehligen Ananas-Coconutlassis fuer 50 Rupien (80 Cent) pro Glas, einer milden Meeresbrise und Jack Johnson im Hintergrund...


Inderinnen in ihren Badeklamotten! Nach dem Baden huellten sich diese hier wieder in schwarze Kutten und Kopftuecher ein, damit bloss nicht zuviel Farbe und nackte Haut gezeigt wird.


Und auch das Elend holte uns in unserem kleinen Paradies schnell wieder ein: Dieses ca. 6jaehrige Maedchen wurde von ihrem Vater gezwungen, in der heissesten Mittagsglut vor den Cafes auf dem Seil zu balancieren und lief nachher zu den Tischen, um Geld zu erbetteln. Manche der unreflektierten Touris hier waren richtig entzueckt von der "reizenden" Darbietung und gaben bereitwillig Geld. Dass damit diesem Maedchen auch weiterhin die Chance genommen wird, eine Schulbildung und somit den Einstieg in ein besseres Leben zu erhalten, weil es auch weiterhin tagein tagaus am Strand arbeiten muss, haben sich diese Menschen wohl nicht ueberlegt.

1 Kommentar:

Paul hat gesagt…

Tja Ute!
Wann zeigst Du uns ein bisschen Regen im Paradis? :)